Warum mitmachen?

  • Demokratie lebt vom Mitmachen- wer nichts entscheidet, stößt auch keine langfristigen Veränderungen an.
  • Das achtjährige Gymnasium hat keinen Mehrwert und nachweislich keine Qualitätssteigerung erzielt. Die pädagogischen Argumente, z.B. entwicklungsgerechte Stoffverteilung und Lernzeit, blieben völlig unberücksichtigt.
  • Fakt ist: Die Wochenstundenzahl am Gymnasium hat sich um 3,68 im G8 erhöht. Darin sind nicht eingerechnet: Hausaufgaben, Klausurvorbereitungen, Vokabeltraining sowie Referate oder sonstige Leistungsnachweise, die jetzt teilweise zu Hause angefertigt werden müssen. Der Tag hat nur 24 Stunden. Für Kinder, die regelmäßig bis zur 7. oder 8. Stunde Unterricht haben, längere Fahrtzeiten zur und von der Schule einplanen müssen, beginnt der Tag ohne schulische Verpflichtungen frühestens um 17:00 Uhr. Das entspricht dem Arbeitstag eines Erwachsenen. Selbstbestimmte Zeit pro Tag von einer oder zwei Stunden zu haben, kann bei dieser Verknappung entscheidend sein, ob ein oder mehrere Hobbys weiter betrieben werden, oder entfallen. Die Auswirkungen der verlängerten Schulzeit werden besonders in der Sek. 1 deutlich.

Was sagen die Eltern im Saarland?

  • Eine Elternbefragung durch FORSA im Saarland auf die Frage „Wenn Sie entscheiden müssten: Würden Sie für Ihr Kind das acht- oder das neunjährige Gymnasium wählen?“ hatte zum Ergebnis: 75 Prozent der befragten Eltern sprachen sich für die neunjährige Variante aus. Bei allen bisher bundesweit durchgeführten Meinungsumfragen z.B. von Forsa, Jako-O oder TNS Emnid, wünschen sich weit über 70% der Befragten ein Gymnasium mit neun Jahren bis zum Abitur.

Macht ein Jahr mehr wirklich den Unterschied?

  • Eine aktuelle Studie belegt genau das. Im Umkehrschluss gefragt: Was macht G8 so gut, dass wir es unbedingt behalten sollten? Kognitive Intelligenz

    ''Laut den Autoren weisen die Ergebnisse darauf hin, dass die Dauer der Beschulung mit einer Steigerung intelligenznaher Fähigkeiten – also einer „echten“ Steigerung der Intelligenz – einhergeht. Wie genau die längere Beschulung Fähigkeiten wie logisches Schlussfolgern oder das Kurzzeitgedächtnis fördert, lässt sich aus den Daten selbst nicht schlussfolgern - es gibt jedoch Vermutungen darüber. Demnach begegnen Schüler im Laufe ihrer Schulzeit vielen kognitiven Herausforderungen sowie verschiedenen Lehrern und müssen sich einer Reihe von Anpassungsprozessen stellen. „In diesen Prozessen findet das Denken immer stärker losgelöst von den eigentlichen Aufgaben statt. Im Laufe der Jahre wird abstrakteres Denken immer mehr unterstützt und eingeübt“, erklärt Sebastian Bergold, Juniorprofessor für Kinder- und Jugendpsychologie an der TU Dortmund und Erstautor der Studie. „Ein Jahr mehr Beschulung kann diesen Prozessen folglich auch mehr Raum geben.“''

  • Stellungnahme zur Trautwein Studie

Vergleichsstudie aus 2018 zu G8 und G9 Schülern in Bezug auf PISA Testergebnisse

BildungsforscherInnen analysieren PISA-Daten von mehr als 33.000 SchülerInnen – Insbesondere Leistungsstärkere erzielen durch G8-Reform bessere PISA-Ergebnisse in der neunten Klasse – Abiturnoten unter G8 im Durchschnitt aber etwas schlechter.

Infolge der G8-Schulreform erreichen SchülerInnen in der neunten Klasse am Gymnasium bessere Ergebnisse bei den PISA-Tests. Das gilt insbesondere für leistungsstarke SchülerInnen, während leistungsschwächere kaum oder gar nicht profitieren. Die Abiturnoten haben sich durch die G8-Reform jedoch leicht verschlechtert. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), für die Mathias Huebener, Susanne Kuger und Jan Marcus PISA-Daten zu mehr als 33.000 GymnasiastInnen der neunten Jahrgangsstufe analysiert haben. „Der Kompetenzvorsprung in der neunten Klasse reicht offenbar nicht aus, um das wegfallende 13. Schuljahr vollständig zu kompensieren“, erklärt Jan Marcus, Bildungsökonom am DIW Berlin und Juniorprofessor an der Universität Hamburg.

Leistungsstarke Schüler kommen mit dem zusätzlichem Lernstoff besser zurecht

Dass sich die leistungsschwächeren G8-SchülerInnen in den PISA-Tests kaum verbessern, liegt an der konkreten Ausgestaltung der G8-Reform. Die zusätzliche Unterrichtszeit – im Durchschnitt der Bundesländer jeweils rund zwei Stunden pro Woche in den Klassen 5 bis 9 – dient nicht der Wiederholung und Vertiefung, sondern dem Vorziehen von Inhalten, weil am Ende der Schulzeit ein Schuljahr wegfällt. Damit kommen die leistungsstärkeren SchülerInnen offenbar eher zurecht. Folglich verbessern sie sich unter G8 in den PISA-Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften deutlich stärker als leistungsschwächere SchülerInnen. Diese scheinen eher Probleme mit der längeren wöchentlichen Unterrichtszeit und dem zeitlich nach vorne verlagerten Lernstoff zu haben.

Im Durchschnitt aller GymnasiastInnen in der neunten Klasse führt die G8-Reform dazu, dass die PISA-Kompetenzwerte um fünf bis sechs Punkte auf der PISA-Skala steigen. Das gilt für den Vergleich zu einem Szenario, in dem es die G8-Reform nicht gibt. Der gemessene Effekt ist jedoch kleiner, als eigentlich zu erwarten wäre: Rechnet man die durch G8 höhere Wochenstundenzahl in der fünften bis neunten Klasse zusammen, kommt man auf ein Drittel eines zusätzlichen Schuljahres. Dies würde eigentlich einer Verbesserung der PISA-Werte um rund elf Punkte entsprechen.

Im PISA-Ranking lag Deutschland im Jahr 2012 mit 514 Punkten hinter Finnland, Kanada, Polen und Belgien an fünfter Stelle. Berücksichtigt man, dass rund ein Drittel aller NeuntklässlerInnen in Deutschland auf ein Gymnasium geht, entspricht der G8-Effekt auf den PISA-Wert für Deutschland insgesamt einem Anstieg um zwei Punkte. Somit hatte die G8-Reform keinen Einfluss auf die Platzierung Deutschlands in der Rangliste.

DIW Pisa 2017

Über kaum ein Schulthema gibt es so leidenschaftlichen Streit, wie über die Verkürzung des Gymnasiums. Eine Studie noch unveröffentlichte Studie von Camarero Garcias beleuchtet einen neuen Aspekt. G8 hat dafür gesorgt, dass die Ungleichheit der Bildungschancen verstärkt wurde. Die soziale Herkunft sei bei Schülern, die in acht Jahren aufs Abitur vorbereitet werden, wichtiger als bei jenen, die dafür – wie früher einheitlich – neun Jahre Zeit haben.

Eine Rückkehr zu G9 ist die beste Lösung. Eine Kürzung der Lehrpläne vermindert die Studierbefähigung und führt zu weiterer Niveauabsenkung. Gebundener Ganztag wird von der Mehrheit der Eltern abgelehnt, wie unsere Forsa-Umfrage aus 2017 gezeigt hat.

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/g8-und-bildungschancen-abi-nach-acht-jahren-sorgt-fuer-ungleichheit-15572756.html

http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/dp/dp18021.pdf

Die Rückkehr zu einem 9-jährigen Gymnsasium bringt Ruhe ins Schulsystem und die Möglichkeit einer Qualitätssteigerung

…, dass die Abituraufgaben in Mathematik systematisch vereinfacht wurden. Dass Leistungsniveaus, die vor vielen Jahren erreicht wurden, heute nicht mehr erreicht werden.

https://www.rnz.de/politik/suedwest_artikel,-bildungsforscher-matthias-burchardt-die-rueckkehr-zu-g9-bringt-ruhe-_arid,350844.html

Abitur = Abitur?

Der Vorsitzende des saarl. Philologenverbandes schreibt: Die mittlerweile inflationär vergebene Hochschulzugangsberechtigungen stellen in erschreckend vielen Fällen kaum mehr als ein leeres Versprächen dar. In der (DZHW) Studie heißt es: „Es ist davon auszugehen, dass die verschiedenen Schularten jeweils eigenen Schwerpunkte der Wissen- und Fähigkeitsvermittlung setzen, die letztlich zu den Differenzen hinsichtlich der Passung von schulischer Vorbereitung und Anforderungen bei der Studienaufnahme führen.

Studie DZHW

Studierbefähigung in MINT Fächern?

Viele Hochschuldozenten haben bereits auf die Mathematikdefizite von Studienanfängern aufmerksam gemacht. Den Studienanfängern fehlen Mathematikkenntnisse aus dem Mittelstufenstoff, sogar schon Bruchrechnung (!), Potenz- und Wurzelrechnung, binomische Formeln, Logarithmen, Termumformungen, Elementargeometrie und Trigonometrie. Diese Defizite sind schon längst kaum mehr aufholbar, weder in Vorkursen noch in Brückenkursen.

Brandbrief Mathematik

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Häufig werden die folgenden Thesen und Befürchtungen genannt, die eine Wiedereinführung des G9s am Gymnasium als ‚alternativlos‘ erscheinen lassen:

1. These: Der sogenannte Schulfrieden sei im Saarland mit der Wiedereinführung des G9 gefährdet.

2. These: Das G9-Angebot an der Gemeinschaftsschule sei eine Besonderheit des Saarländischen Schulsystems. Die Wiedereinführung des G9 am Gymnasium würde eine Abwanderung großer Schülerzahlen von den Gemeinschaftsschulen an das Gymnasium auslösen.

3. These: Das G8-Abitur sei gleichwertig oder sogar besser als das G9 Abitur.

4. These: Die G9-Einführung würde mehrere Jahre Chaos bedeuten.

5. These: Die Einführung des G9s an den Gymnasien würde hohe Kosten im Saarland verursachen.

6. These: G9 hat nur 30 Wochenstunden und damit nur 4-6 Wochenstunden weniger als G8. Deshalb gebe es im G9 nicht mehr Zeit für Vertiefung, nachhaltiges Lernen und Bildungsqualität.

7. These: Bildungsplan -“Entrümpelung“, “Entschlackung“, „Entkernung“ von Inhalten, Streichen von Hausaufgaben und eine Konzentration auf den Kompetenzerwerb würden zu einer Verbesserung des G8s und der gymnasialen Ausbildung führen.

8. These: Die Wirtschaft fordere jüngere Schulabsolventen.

9. These: Schüler, die unter dem G8 leiden oder vom Turbo-G8 „gestresst“ sind, seien nicht ''intelligent genug'' für das Gymnasium.

10. These: Für das neunstufige Gymnasium müsste ein neuer Bildungsplan für die Jahrgänge 5 bis 11 mit Rahmenplänen für 26 Fächer und 9 Aufgabengebiete erstellt werden.

11. These: Mit dem G9 würde das Angebot der Nachmittagsbetreuung wegfallen, alle Gymnasien würden zu Halbtagsschulen, alle Kinder würden um 13.30 h nach Hause geschickt.

12. These: Das Ausland hat G8.

13. These: In Thüringen und Sachsen (neuen Bundesländern) funktioniert G8 ohne Probleme.

14. These: Es ist kein Problem Mitgliedschaft in Vereinen wie Sport/ Musik/ Ehrenamt neben G8 auszuüben.

 

Die Fakten, die diese Behauptungen wiederlegen, schicken wir auf Anfrage zu.

 

G8/ G9 Elternumfrage aus NRW aus 2016: fast 80% der Gymnasialeltern wollen wieder ein neunjähriges Gymnasium.         Abschlussbericht Prof. Dollase