Warum beim Volksbegehren mitmachen?

  • Demokratie lebt vom Mitmachen- wer nichts entscheidet, stößt auch keine langfristigen Veränderungen an.
  • Das achtjährige Gymnasium hat keinen Mehrwert und nachweislich keine Qualitätssteigerung erzielt. Die pädagogischen Argumente, z.B. entwicklungsgerechte Stoffverteilung und Lernzeit, blieben völlig unberücksichtigt.
  • Fakt ist: Die Wochenstundenzahl am Gymnasium hat sich um 3,68 im G8 erhöht. Darin sind nicht eingerechnet: Hausaufgaben, Klausurvorbereitungen, Vokabeltraining sowie Referate oder sonstige Leistungsnachweise, die jetzt teilweise zu Hause angefertigt werden müssen. Der Tag hat nur 24 Stunden. Für Kinder, die regelmäßig bis zur 7. oder 8. Stunde Unterricht haben, längere Fahrtzeiten zur und von der Schule einplanen müssen, beginnt der Tag ohne schulische Verpflichtungen frühestens um 17:00 Uhr. Das entspricht dem Arbeitstag eines Erwachsenen. Selbstbestimmte Zeit pro Tag von einer oder zwei Stunden zu haben, kann bei dieser Verknappung entscheidend sein, ob ein oder mehrere Hobbys weiter betrieben werden, oder entfallen. Die Auswirkungen der verlängerten Schulzeit werden besonders in der Sek. 1 deutlich.

Ab wann kommt G9?

  • Unser Gesetzentwurf sieht die sofortige Umsetzung vor. Will die Landesregierung dies nicht, muss sie einen Volksentscheid herbeiführen. Will sie eine Verlängerungsfrist für die Einführung von G9, haben wir die Option dagegen zu klagen.

Mein Kind ist bereits am Gymnasium- für mich kommt G9 nicht mehr

  • In Hessen hat man die Kinder bis Klassenstufe 7 am Gymnasium bei der Umstellung auf G9 mitgenommen. In Niedersachsen wurden sogar die Klassen 5-8 im laufenden Schuljahr einbezogen. Wo ein Wille, da ein Weg. Diese Option könnte man auch im Saarland umsetzen.
  • Auch wenn das eigene Kind trotzdem nicht mehr profitiert- die nachfolgenden Generationen werden es Ihnen vielleicht danken.

Was sagen die Eltern im Saarland?

  • Eine Elternbefragung durch FORSA im Saarland auf die Frage „Wenn Sie entscheiden müssten: Würden Sie für Ihr Kind das acht- oder das neunjährige Gymnasium wählen?“ hatte zum Ergebnis: 72 Prozent der befragten Eltern sprachen sich für die neunjährige Variante aus. Bei allen bisher bundesweit durchgeführten Meinungsumfragen z.B. von Forsa, Jako-O oder TNS Emnid, wünschen sich weit über 70% der Befragten ein Gymnasium mit neun Jahren bis zum Abitur.

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Auch die bisher von der Landesregierung durchgeführten Maßnahmen zur Entlastung der Schüler und Eltern greifen nicht. Die Lehrpläne des G8 im Saarland wurden mehr oder weniger gekürzt, doch die Belastungen für die Schülerinnen und Schüler wurden nicht geringer. Die Gymnasiale Oberstufe (GOS) ist seit der Einführung des G8s in permanenter ‚Überarbeitung‘. Es muss ein nachfolgender offener Diskurs der Struktur und Qualität der gymnasialen Ausbildung unter Beteiligung der wirklich Betroffenen auf Landesebene geben.

Häufig werden die folgenden Thesen und Befürchtungen genannt, die eine Wiedereinführung des G9s am Gymnasium als ‚alternativlos‘ erscheinen lassen.

1. These: Der sog. Schulfrieden sei im Saarland mit der Wiedereinführung des G9 gefährdet.

2. These: Das G9-Angebot an der Gemeinschaftsschule sei eine Besonderheit des Saarländischen Schulsystems. Die Wiedereinführung des G9 am Gymnasium würde eine Abwanderung großer Schülerzahlen von den Gemeinschaftsschulen an das Gymnasium auslösen.

3. These: Das G8-Abitur sei gleichwertig oder sogar besser als das G9 Abitur.

4. These: Die G9-Einführung würde mehrere Jahre Chaos bedeuten.

5. These: Die Einführung des G9s an den Gymnasien würde hohe Kosten im Saarland verursachen.

6. These: G9 hat nur 30 Wochenstunden und damit nur 4-6 Wochenstunden weniger als G8. Deshalb gebe es im G9 nicht mehr Zeit für Vertiefung, nachhaltiges Lernen und Bildungsqualität.

7. These: Bildungsplan -“Entrümpelung“, “Entschlackung“, „Entkernung“ von Inhalten, Streichen von Hausaufgaben und eine Konzentration auf den Kompetenzerwerb würden zu einer Verbesserung des G8 führen.

8. These: Die Wirtschaft fordere jüngere Schulabsolventen.

9. These: Schüler, die unter dem G8 leiden oder vom Turbo-G8 „gestresst“ sind, seien nicht intelligent genug für das Gymnasium.

10. These: Für das neunstufige Gymnasium müsste ein neuer Bildungsplan für die Jahrgänge 5 bis 11 mit Rahmenplänen für 26 Fächer und 9 Aufgabengebiete erstellt werden.

11. These: Mit dem G9 würde das Angebot der Nachmittagsbetreuung wegfallen, alle Gymnasien würden zu Halbtagsschulen, alle Kinder würden um 13.30 h nach Hause geschickt.

12. These: Das Ausland hat G8.

13. These: In Thüringen und Sachsen funktioniert G8 ohne Probleme.

14. These: Es ist kein Problem Mitgliedschaft in Vereinen wie Sport/ Musik/ Ehrenamt neben G8 auszuüben.

 

Hier sind die Fakten, die diese Behauptungen wiederlegen, zusammengetragen im Pdf. ‚Argumente‘.

Argumente als Pdf_Datei

G8/ G9 Umfrage aus NRW:          Abschlussbericht Prof. Dollase