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Das Volksbegehren ist ein mehrstufiges Verfahren. Die 1. Verfahrensstufe wurde erfolgreich abgeschlossen. In der 2. Verfahrensstufe muss der Amtseintrag für das Volksbegehren geleistet werden, von ca. 56.000 Bürgern des Saarlandes. Die Zulassung zum Volksbegehren wurde uns am 06. Juli 2017 mitgeteilt. Erst nach der Eintragung im Amtsblatt des Saarlandes mit einer nachfolgenden Frist von mindestens sechs Wochen wird der Zeitrahmen (drei Monate) für das Volksbegehren festgelegt. Voraussichtlich wird das Volksbegehren im Saarland erst nach der Bundestagswahl 2017 starten.

Interesse in den Mailverteiler aufgenommen und immer aktuell informiert zu werden? Bitte das Formular 'Kontakt' ausfüllen.

  • Gesetzentwurf zur Änderung des Schulordnungsgesetzes mit Begründung und Kostendeckungsvorschlag
  • Bei Fragen zum Volksbegehren: bitte anrufen (Telefonnummer ist im Impressum angegeben) oder uns über unser Kontaktformular anschreiben

Die Volksinitiative haben wir ausschließlich privat finanziert. Ein Volksbegehren ist im Gegensatz zu einer Volksinitiative ein weitaus größeres Unterfangen. Wir haben die Druckkosten für mindestens 56.000 Unterschriftenbögen zu tragen, die allen saarländischen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden müssen. Zusätzlich wollen wir Plakate, Flyer und Infomaterial erstellen. Wir benötigen nicht nur Helfer, die das Material verteilen, sondern auch finanzielle Unterstützung. Deshalb haben wir einen Elternverein gegründet. Spenden für das Volksbegehren bitte dorthin überweisen. Konto: Volksbank Westliche Saar: DE87 5919 0200 3057 4702 07, Elternverein für schulische Bildung Saar

Flyer zum Verteilen und Drucken: Flyer

Volksbegehren und Volksentscheid sind Instrumente der direkten Demokratie, mit denen das Staatsvolk bzw. die Bürger – anstelle des dafür grundsätzlich berufenen Parlaments – selbst Gesetze erlassen, ändern oder aufheben können. Dies geschieht in einem gestuften Verfahren, das zunächst ein zulässiges und erfolgreiches Volksbegehren und sodann einen erfolgreichen Volksentscheid voraussetzt. Anbei die Fundstellen der saarländischen Volksgesetzgebung:

http://www.sadaba.de/GSLT_VAbstG.html

http://sl.juris.de/cgi-bin/landesrecht.py?d=http://sl.juris.de/sl/gesamt/VAbstO_SL_2014.htm

Welche Kosten  dürfen für den Landeshaushalt durch Volksbegehren entstehen?

Gesetzentwurf zur Änderung des Schulgesetzes von G9 auf G8 aus dem Jahr 2000: Lesen Sie hier, welche Argumente damals die Umstellung im Saarland begründeten und urteilen Sie, welche Vorteile tatsächlich durch die Verkürzung der Schulzeit erreicht wurden. Gesetzentwurf Landtag des Saarlandes - Umstellung G8

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Auch zehn Jahre nach der Verkürzung der gymnasialen Schulzeit von neun auf acht Jahre reißt die Kritik am achtjährigen Gymnasium nicht ab. So sprachen sich im April 2016 im Rahmen einer repräsentativen Elternbefragung in NRW auf die Frage „Wenn Sie entscheiden müssten: Würden Sie für Ihr Kind das acht- oder das neunjährige Gymnasium wählen?“ 79 Prozent der befragten Gymnasialeltern für die neunjährige Variante aus. Bei allen bisher bundesweit durchgeführten Meinungsumfragen z.B. von Forsa, Jako-O oder TNS Emnid, wünschen sich weit über 70% der Befragten ein Gymnasium mit neun Jahren bis zum Abitur.

Die Kritikpunkte am achtjährigen Gymnasium sind vor allem folgende:

  • Die Verdichtung des schulischen Lernens geht einher mit einer zunehmenden Qualitätsminderung. Die im Jahr 2000 im Gesetzentwurf der Landesregierung gestellten Forderungen, die Ausbildungszeiten zu verkürzen und damit die saarländischen Schüler konkurrenzfähiger gegenüber Mitbewerbern aus dem Ausland zu machen, hat sich als irrelevant und nicht nachhaltig erwiesen.
  • Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit gefährdet die Studierfähigkeit. Durch die Reduzierung des Gymnasiums von neun auf acht Jahre wurden die Unterrichtsstunden, z.B. in den Fremdsprachen, um etwa 400 Einheiten reduziert. Schon jetzt müssen an den Universitäten verstärkt Vorbereitungskurse angeboten werden. Vor allem in den MINT-Fächern fehlen Grundlagen und Fertigkeiten für das Studium.
  • Durch Verkürzung der gymnasialen Ausbildung fehlt die Zeit zum Vertiefen und Wiederholen von Inhalten.
  • Die GOS im Saarland weist erhebliche Einschränkungen der Wahlmöglichkeiten der Abiturkurse auf. Die E-Kurse sind weitgehend festgelegt. Das Niveau dieser Kurse ist nicht mehr vergleichbar mit den unter G9 angebotenen Leistungskursen, wo bereits eine fachliche Vertiefung im Hinblick auf die zukünftig zu wählenden Studienschwerpunkte möglich war.
  • Durch Abwahloptionen von Fächern in der Mittelstufe kommt es zu einer Verringerung des Allgemeinwissens. Auch andere ggf. weitergehende Entlastungen in Form von Abschwächungen der Leistungsanforderungen, Reduzierung der zu vermittelnden Inhalte oder der inhaltlichen Breite der gymnasialen Ausbildung sind nicht vertretbar. Diese greifen die Qualität der gymnasialen Ausbildung mit ihrer Hinführung zu einer allgemeinen Hochschulreife direkt an.
  • Der Leistungsdruck durch die Verlängerung der Unterrichtszeit steigt im Allgemeinen an, fehlende Freizeit führt zu weniger Engagement in außerschulischen Bereichen (Sport, Musik, Vereinsleben). Weiterhin erhalten die Schüler dadurch nur noch selten mentalen und körperlichen Ausgleich.
  • Die Kinder und deren Familien werden durch Verdichtung des Lernstoffs zeitlich enorm belastet.
  • In der Mittelstufe werden zum Teil 15 verschiedene Fächer erteilt. Ausgerechnet in der Pubertätsphase haben die Schüler somit die höchste Stundenbelastung. Pro Tag werden nicht selten bis zu neun Fächer unterrichtet.
  • Männliche Jugendliche sind die Verlierer im G8-System. Sie bleiben häufiger sitzen und wechseln oft in eine andere Schulform (vgl. DIW Studie 2015)
  • Insbesondere das facettenreiche Lernen in AGs und Neigungsgruppen bleibt derzeit auf der Strecke. Die Umschichtung von Stoffinhalten auf frühere Schulphasen führt dazu, dass dieser Stoff nicht mehr altersgerecht und in der dafür besten Entwicklungsphase vermittelt werden kann.

Auch die bisher von der Landesregierung durchgeführten Maßnahmen zur Entlastung der Schüler und Eltern greifen nicht. Die Lehrpläne des G8 im Saarland wurden mehr oder weniger gekürzt, doch die Belastungen für die Schülerinnen und Schüler wurden nicht geringer. Die Gymnasiale Oberstufe (GOS) ist seit der Einführung des G8s in permanenter ‚Überarbeitung‘. Es muss ein nachfolgender offener Diskurs der Struktur und Qualität der gymnasialen Ausbildung unter Beteiligung der wirklich Betroffenen auf Landesebene geben.

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In vielen anderen Bundesländern kämpfen Eltern und Bürgerbündnisse gegen das Turbo-Abitur.

  • In Hessen hat eine Elterninitiative erreicht, dass es an allen Gymnasien eine Wahlfreiheit für G8/ G9 gibt.
  • In Baden-Württemberg bieten 44 Gymnasien wieder ein Abitur nach neun Jahren an. Damit gibt es in jedem Landkreis wieder ein Gymnasium mit G9 - die Eltern wollen weitere Gymnasien mit einem G9 Angebot.
  • In NRW existiert ebenfalls eine G9-jetzt Initiative. Sie sammelte 2015 über 100.000 Unterschriften für eine Volksinitiative.  2016 wurde eine große Umfrage bei den Eltern der Gymnasien in NRW durchgeführt. Ergebnis: 80% wünschen ein G9. Die G9-jetzt! Initiative hat ein Volksbegehren hat gestartet. Nach der Landtagwahl wird NRW ab 2019 wieder neunjährige Gymnasien zulassen.
  • In Bayern gilt das G8 als gescheitert. Eine im Januar 2017 durchgeführte Befragung der Eltern hat ergeben: 80% wollen wieder ein G9. Vor Ostern 2017 verkündet Bayern: es wird wieder ein neunjähriges Gymnasium in Bayern geben.
  • Niedersachsen ist seit 2016 komplett zu G9 an den Gymnasien zurückgekehrt. Dort existieren Oberschulen (vergl. Gemeinschaftsschulen im Saarland) und Gymnasien in Koexistenz. Beide Schulformen bieten ein G9!
  • Die CDU in SH forderte eine Rückkehr zu einem neunjährigen Gymnasium. Sie hat die Einführung von G8 als Fehler eingestanden. Nach der Landtagswahl wird es in Schleswig-Holstein ab 2019 wieder G9 an Gymnasien geben. Nur wenn 75% der Schulkonferenz pro G8 stimmen, wird es dabei bleiben.

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