Aktuelle Presseartikel zu G8/ G9 und anderen bildungspolitischen Themen sind bei Facebook auf der G9-jetzt-Saarland http://t3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcShHMQE-wRozRcK_lxyJyERIlGzA7ZKwjgpuDuMizssLVxoHHg2UvTSlw Seite zu finden.

Die Seite ist für jeden öffentlich zugänglich, auch ohne Facebook Account. Anbei der Link:

G9_jetzt_Saarland/

 Twitter: https://twitter.com/g9jetztsaarland

_______________________________________________________________________

 

G8 nicht stressiger als G9 - trotzdem:

Starke Ablehnung des Turbo-Abis


Bildungsforscher Tillmann äußerte sich erstaunt zur Elternsicht auf die Stressbelastung der G8-Schüler: "Die oft geäußerte Klage über den - im Vergleich zu G9 - größeren Stress und Leistungsdruck an den G8-Gymnasien spiegelt sich in den Studiendaten kaum wider." Sowohl in G8- als auch in G9-Bildungsgängen gehen die Kinder nach Meinung ihrer Eltern gerne zu Schule (86 % bzw. 89 %) und können die Anforderungen ohne elterliche Unterstützung gut bewältigen (jeweils 72 %). Nur sehr wenige Schüler werden von ihren Eltern für "überfordert" gehalten (9 % bzw. 5 %).

Diese Aussage wiederspricht der Feststellung weiter unten, dass 89% der Eltern angebe, sich verpflichtet zu fühlen, ihre Kinder in der Schule unterstützen zu müssen.

Allerdings erhalten G8-Schüler häufiger Nachhilfe als G9-Schüler (23 % bzw. 16 %) und die Eltern helfen öfter bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten (73 % bzw. 64 %).
Die Tatsache, dass in den vergangenen zwei Jahren immer mehr Gymnasialeltern selbst Erfahrungen mit G8 gemacht haben, habe die Akzeptanz des Turbo-Abis jedoch nicht erhöht, so Tillmann. Hätten sie die Wahl, würden acht von zehn Eltern (79 %) einen G9-Bildungsgang für ihr Kind wählen. Damit wird das Ergebnis der 2. JAKO-O Bildungsstudie von 2012 exakt wiedergegeben. Deutlich gestiegen ist dagegen der Anteil der Eltern, die sich ein Doppelangebot von G8 und G9 wünschen - von 41 % im Jahr 2012 auf nun 54 %.

Weiteres Zitat aus dem Bericht:

Unterstützungsleistungen der Eltern: zwischen Mitwirkung und Überforderung
Viele Schüler werden von ihren Eltern zu Hause massiv unterstützt: Zwei Drittel erarbeiten mit ihrem Kind den Lernstoff (66 %), rund drei Viertel kontrollieren Hausaufgaben (73 %) oder helfen gezielt vor Klassenarbeiten und Referaten (77 %). Die Unterstützungsleistungen der Eltern liegen damit seit der 1. JAKO-O Bildungsstudie 2010 auf einem stabil hohen Niveau. 89 % der Eltern geben an, dass sie sich verpflichtet fühlen, sich intensiv um die schulischen Leistungen ihrer Kinder zu kümmern. 62 % beklagen, dass sie dabei vieles von dem leisten müssen, was sie eigentlich als Aufgabe der Schule sehen. "Angesichts anhaltender Klagen über Rückzugstendenzen der Eltern sowie mangelndem Interesse an schulischen Belangen sind diese Ergebnisse positiv zu bewerten", sagte Bildungsexpertin Killus. Die intensive Unterstützung durch die Eltern müsse aber auch kritisch gesehen werden. Besonders wenn sie von der Schule vorausgesetzt oder sogar eingefordert werde. "Eltern mit einem niedrigeren Bildungsabschluss können ihre Kinder wahrscheinlich weniger gut unterstützen als Eltern mit einem höheren Abschluss. Ungleiche familiäre Voraussetzungen setzen sich damit in der Schule fort. Mit Chancengleichheit hat das wenig zu tun", so Killus.
Trotz des starken häuslichen Engagements wünschen sich 58 % der Eltern mehr Möglichkeiten, um auch an der Gestaltung von Unterricht und Schule mitzuwirken. Killus: "Es wäre sinnvoll, Eltern stärker in die Gestaltung von Schule einzubeziehen. Sie können mit ihren Sichtweisen neue Impulse geben und sind bei Reformprozessen gute 'Übersetzer', die Ziele und Maßnahmen nach außen und an die anderen Eltern kommunizieren können. Dieses Potenzial muss stärker genutzt werden."

http://85.182.141.59:5000/fbdownload/3.%20JAKO-O%20Bildungsstudie?k=fRfj7QWU&stdhtml=true

 

Elterninitiative für G 9 und Philologenverband widersprechen Studie der Initiative "Neue Soziale Marktwirtschaft". Kiel fühlt sich im Kurs bestätigt.

 

 

Eine gestern in Berlin veröffentlichte Studie, wonach das Turbo-Abi für Schüler weder mehr Stress verursacht noch schlechtere Leistungen hervorbringt als ein neunjähriger Weg zum Abitur, stößt im Norden auf entschiedenen Protest von Elternitiative und Philologenverband. Das Kieler Bildungsministerium sieht sich dagegen in seiner Politik bestätigt.

Der Bildungsmonitor der Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ dürfte die Debatte über Sinn und Unsinn des Turbo-Abis kurz vor Beginn des neuen Schuljahres neu beflügeln. Laut Studie sind Schüler nach achtjähriger Gymnasialzeit genauso erfolgreich wie G 9-Gymnasiasten. Auch beim Vergleich der Lebenszufriedenheit und dem außerschulischen Engagement gab es so gut wie keine Unterschiede. Die Forscher stellten lediglich fest, dass G 8-Schüler weniger Zeit zur Verfügung haben. „Die Leistungsvergleiche zwischen beiden Gruppen sind spektakulär unspektakulär“, heißt es am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, das die Untersuchung durchführte.

„Wir sind ganz anderer Auffassung“, sagt Astrid Schulz-Evers, Vorsitzende der schleswig-holsteinischen Elterninitiative. Ihr Verein habe weiterhin reichlich Rückmeldungen von Eltern, die empört über die Arbeitsverdichtung von G 8-Schülern sind. „Der Druck ist mittlerweile so hoch, dass es zu Reibereien unter Schülern kommt“, behauptet Schulz-Evers. Die neue Studie hält sie für ein schlechtes Zusammentragen alter Untersuchungen. „Warum müssen Vereine denn Jugend-Fußballabteilungen schließen, warum beklagen Feuerwehren und Musikschulen mangelnden Zulauf?“, fragt Schulz-Evers. Die Initiative fordert die Landesregierung erneut auf, G 9 als Standardangebot dauerhaft an allen Gymnasien im Land vorzusehen.

Auch der Philologenverband, Interessenvertretung der Gymnasiallehrer, spricht von „kühnen Interpretationen“ in der Studie. Die Beobachtungen an den Schulen seien andere: „Einer breiten Schicht von Jugendlichen fehlt die Zeit für ein außerschulisches Engagement“, sagt Verbandschef Helmut Siegmon. Dass Noten von G<TH>8-Schülern nicht auffallend schlechter ausfielen, sei der Aufweichung von Standards zuzuschreiben. Nach Ansicht von Siegmon fehlt vielen G<TH>8-Schülern die nötige Reife. „Sonst müssten Hochschulen keine Nachhilfekurse anbieten.“

„Wir fühlen uns darin bestätigt, beide Wege anzubieten“, kommentiert Thomas Schunck, Sprecher im Kieler Bildungsministerium, das Ergebnis…. Anderswo wird die Uhr zurückgedreht: Niedersachsen kehrt ab 2015 auf Druck von Eltern zum neunjährigen Gymnasium zurück. In Hamburg findet im September eine Volksinitiative statt.

http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Studie-Turbo-Abi-erzeugt-keinen-Extra-Stress-fuer-Schueler

 

Im Spiegel räumten die IW-Forscher jedoch ein: "Eine umfassende wissenschaftliche Evaluation der Wirksamkeit der G8-Reform auf die Bildungsergebnisse fehlt bislang."